Klimaresilienz stärken: Grüne fordern mehr Stadtgrün statt weniger Baumschutz!

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In einem Artikel der Freien Presse vom 24.06.2026 mit dem Titel „Plauener will Rathaus-Satzung aushebeln“ wurde die bestehende Baumschutzsatzung der Stadt infrage gestellt. Der Kreisverband Vogtland von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN kritisiert dies scharf.

Ein Löschen oder Aushebeln der Baumschutzsatzung kann in keiner Weise befürwortet werden. Vielmehr sollte gerade angesichts der aktuellen Hitzeperioden darüber diskutiert werden, wie durch passende Maßnahmen des Natur- und Artenschutzes, der Wasserrückhaltung und der Erweiterung von Grünflächen der Erhalt und die Erweiterung des Baum- und Heckenbestandes in der Stadt gewährleistet werden können. Diese tragen als Schattenspender dazu bei, dass Temperaturen gerade in der Innenstadt besser reguliert werden können. Daneben sind natürlich weitere Maßnahmen nötig, um das Lebensumfeld der Menschen in Plauen und dem Vogtland besser an die bisherigen und weiter zu erwartenden Temperaturen im Sommer einzustellen.

In der im Presseartikel genannten Zeit um 2005 wurde die Baumschutzsatzung im Plauener Stadtrat diskutiert und letztlich mit konservativer Mehrheit abgeschwächt. In der Folge sind seitdem Bäume erst ab einem größeren Stammumfang geschützt. Kleinere Bäume und Gehölze wiederum sind, da kein Genehmigungsverfahren notwendig ist, weit weniger vor Fällung geschützt.

Das Hauptaugenmerk der damaligen Diskussionen im Stadtrat lag auf dem von der Sächsischen Landesregierung zu diesem Zeitpunkt forcierten Bürokratieabbau. Die Stadtverwaltung war dazu angehalten, Arbeitszeiten zu beziffern, die für die Bearbeitung von Baumfällanträgen aufgewendet wurden. Dies bezog und bezieht sich wohl auch heute noch auf die Prüfung von Ersatzpflanzungen im Rahmen von genehmigten Fällungen. Diese müssen von der Verwaltung sowohl eingefordert als auch auf den langfristigen Erhalt überprüft werden.

Diana Zierold, bündnisgrüne Abgeordnete im Plauener Stadtrat, betont: Die im Zeitungsartikel beschriebene Forderung, die Satzung mangels Vollzug gänzlich abzuschaffen, wäre eine Reaktion in die falsche Richtung. „Wir sprechen uns im Gegenteil dafür aus, dass die Baumschutzsatzung erweitert wird, um zukünftig auch Maßnahmen für mehr Artenschutz, Stadtökologie und Klimaresilienz zu umfassen. In Zusammenarbeit und mit der Expertise von Fachleuten müssen wir die Begrünungssituation im Umfeld der Menschen in Plauen verbessern“, so Zierold. „Es kann nicht sein, dass beispielsweise eine in einem Hinterhof aufgestellte Vogeltränke als ‚Vermüllungsgefahr‘ betrachtet und sogar mit einer Abmahnung belegt wird. Im Gegenteil – ein solches Engagement muss als niedrigschwelliger Beitrag zum Tier- und Artenschutz gewürdigt werden.“

Der Kreisverband Vogtland von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN lobt die Initiative der Stadt, den gesamten Mai über die öffentlichen Parks der Stadt nicht zu mähen, und schlägt vor, diese zu erweitern: Beispielsweise könnte man anstreben, dass auf Grundstücken generell ein Drittel der Grünflächen nicht gemäht wird, um den natürlichen Wuchs von Gräsern und Wildpflanzen zu ermöglichen und den Lebensraum von Insekten zu erhalten. In diesem Zuge ließe sich auch ein Nachtfahrverbot für Mähroboter in einer erweiterten Satzung verankern.

Neben der Erarbeitung von passenden Maßnahmen müssen natürlich auch entsprechende Informationen für die Plauenerinnen und Plauener bereitgestellt werden, die ihre Wohnungen, Häuser oder Grundstücke im Sinne des Natur- und Artenschutzes umgestalten wollen. „Ob das Aufstellen von Nistkästen, Regentonnen oder auch das Entsiegeln von kleineren Flächen für neue Begrünungen vor dem eigenen Haus. Eine zentrale Anlaufstelle, bei der Bürgerinnen und Bürger Informationen zu den Rahmenbedingungen für solche Projekte finden, wäre ein großer Schritt in die richtige Richtung“, ergänzt die bündnisgrüne Stadträtin Steffi Liedtke. „Viele Dinge sind einfach umzusetzen, wenn die Menschen wissen, dass sie rechtlich auf der sicheren Seite sind.“

Gleichzeitig sind weitere Maßnahmen im öffentlichen Raum unabdingbar: Trinkbrunnen, Schatten und Sitzgelegenheiten erleichtern den Aufenthalt im Freien während Hitzetagen; begrünte Wände und Fassaden helfen zusammen mit zusätzlich gepflanzten Bäumen und Hecken, das Mikroklima in der Stadt zu verbessern.

All diese Punkte könnten, so die beiden Plauener Stadträtinnen, als Satzung oder zumindest als Empfehlung der Stadtverwaltung ein Anfang dafür sein, Plauen fit für die Sommer der nächsten Jahre und Jahrzehnte zu machen. Das Ziel muss letztlich sein, dass die Stadt weiterhin eine lebenswerte Heimat für ihre Einwohnerinnen und Einwohner bleibt.